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Google Expeditions

Die Expeditions-App ermöglicht auf einfachem Wege Ausflüge in entfernte Länder. Benötigt werden lediglich Smartphones, Cardboards und ein lokaler WLAN-Hotspot, der nicht einmal über eine Internetverbindung verfügen muss. Dazu muss die App bereits auf den Geräten installiert sein. Die entsprechenden Inhalte müssen lediglich auf dem Lehrergerät (am besten ein Tablet) gespeichert sein. Momentan gibt es über 200 verfügbare Expeditionen.

Nachdem die Expeditions-App auf mindestens zwei Geräten installiert wurde, müssen sich beide Geräte nur noch mit dem gleichen lokalen WLAN-Netzwerk verbinden und schon kann es losgehen.

Die WLAN-Verbindung kann über jedes beliebige WLAN-Netz hergestellt werden. Wenn in der Schule kabelloses Internet nicht zur Verfügung steht, dann reicht auch ein nicht ins Schulnetz eingebundener Router dafür aus. Im Test wurde ein Gerät verwendet, bei den der Gastzugang aktiviert wurde. Außerdem muss die sogenannte „client isolation" in den Einstellungen deaktiviert werden, weil sich die Geräte sonst nicht untereinander sehen können.

Sind nun Lehrer- und Schülergerät(e) mit dem WLAN-Netz verbunden, starten alle an der Expedition beteiligten die Expeditions-App und wählen ihre Rolle aus: Die Lehrkraft wählt die Option „Guide" und die Schülerinnen und Schüler werden zu „Entdeckern". Sobald sie in diesem Modus sind, sehen sie den verfügbaren Guide und verbinden sich mit einem Klick mit seiner Expedition. Im Anschluss daran müssen die Geräte der Schüler/-innen nur noch in die Cardboards gesteckt werden. Nun wählt der Guide eine Expedition und eine darin verfügbare „Szene" (also einen bestimmten Ort) aus und startet diese. Wenn die Schülerinnen und Schüler in ihre VR-Brille schauen, sehen sie die von der Lehrkraft ausgewählten Inhalte in einer 360°-Ansicht. Am besten rät man ihnen, nicht im Raum herumzulaufen, sondern an ihrem Platz (am besten auf einem Drehstuhl) sitzen zu bleiben und sich so um die eigene Achse zu drehen. Außerdem sollte man vor der ersten Expedition darauf hinweisen, dass sie bei Übelkeit (motion sickness) lieber aus der Expedition aussteigen oder ohne die VR-Brille nur auf dem Bildschirm ihres Smartphones teilnehmen sollen.

Während einer Expedition kann die Lehrperson die Schülerinnen und Schüler mit einem Klick auf bestimmte vordefinierte Besonderheiten hinweisen. Sie sehen in ihrer Ansicht dann einen Pfeil, in dessen Richtung sie sich bewegen sollen, und die Lehrkraft kann die in der App angegebenen Informationen an die Schüler/-innen weitergeben. Diese Informationen sind inzwischen zumindest teilweise auch auf Deutsch verfügbar, jedoch dürfte auch die englische Version kein allzu großes Problem darstellen. So kann man entweder in die gewünschte Sprache selbst übersetzen oder in Englisch leistungsstarken Schülerinnen oder Schüler diese Aufgabe anvertrauen. Wahlweise kann man die Expedition natürlich auch von einem Schüler oder einer Schülerin komplett leiten lassen.

Die Expeditions-App kann in vielen Fächern je nach Thema eingesetzt werden. Beim Test wurde ein Ausflug nach New York gemacht, um Orte, die die Schüler/-innen im Rahmen eines Referats kennengelernt hatten, zu besuchen. So konnten sie zum Beispiel Ellis Island und die dortige Einwanderungsstation hautnah erleben. Denkbar sind im Fremdsprachenunterricht jedoch auch Ausflüge an die Schauplätze des Lehrbuchs oder eines literarischen Werks oder ein landeskundlich geprägter Ausflug zum Einstieg in ein neues Thema. Besonders im Englischunterricht ist es von Vorteil, dass die App auf Englisch ist, sodass sie auch zum Hör-/Hörsehverstehen eingesetzt werden kann oder zum Training des mündlichen Ausdrucks. Gegebenenfalls kann man eine größere Klasse in mehrere kleine Gruppen aufteilen, die jeweils von einer Schülerin oder einem Schüler geführt werden.

Da in der Regel nicht jede Schülerin und jeder Schüler über ein Android-Smartphone verfügt, oder aufgrund von fehlenden Sensoren bei günstigeren Smartphone-Modellen technische Schwierigkeiten auftreten können, ist es ratsam, dass sich in solchen Fälle mehrere Lernende ein Smartphone teilen. Diejenigen, die gerade durch die Brille in eine andere Welt eintauchen, können denen, die keine VR-Brille haben, dann erzählen, was sie sehen.

Der Einsatz der App im Unterricht muss nicht unbedingt stundenfüllend sein, es bietet sich an, dass dies nur einen kleinen Teil der Gesamtstunde ausmacht. Da VR-Apps normalerweise sehr viel Energie verbrauchen, leidet nicht nur die Batterie unter einer längeren Nutzung, sondern die Smartphones werden auch schnell heiß.

Inzwischen kann man bei Google auf der Expeditions-Webseite auch den Wunsch bekunden, Expeditions an die Schule zu holen. Dazu füllt man ein Formular aus und bittet darum, dass eine erfahrene Lehrkraft mit der kompletten Ausrüstung in die Schule kommt. Die Anschaffung des kompletten Equipments für die Schule ist – inklusive der Smartphones – natürlich sehr teuer und muss wohl überlegt sein bzw. es muss ein pädagogisches Konzept dazu erarbeitet werden, sodass sich die Anschaffung lohnt.

(Quelle: https://www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/medienwissen/virtual-und-augmented-reality/virtual-reality-apps-und-dienste/#/medien-und-bildung/medienwissen/virtual-und-augmented-reality/virtual-reality-apps-und-dienste/#c35965) 

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