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Vom 16. bis 27. November zeigt das Medienzentrum, wie vielfältig, kreativ und gesellschaftlich relevant Medienbildung heute ist ffm. Das Medienzentrum Frankfurt feiert sein hundertjähriges Bestehen und lädt aus diesem Anlass von Montag, 16., bis zum Freitag, 27. November, zu den „Bunten Wochen" ein. Mit Veranstaltungen, Workshops, Diskussionen und Mitmachangeboten zeigt die Einrichtung, wie sich Medienbildung in einem Jahrhundert verändert hat und welche Bedeutung sie heute für Schule und Gesellschaft besitzt. Veranstaltungsort ist das Medienzentrum Frankfurt in der Fahrgasse 89. Das Programm richtet sich an Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Bildungspartner und alle Interessierten.
„Kinder und Jugendliche müssen lernen, Informationen kritisch zu beurteilen und die digitale Welt selbstbestimmt mitzugestalten. Das Medienzentrum ist deshalb ein wichtiger Teil unserer kommunalen Bildungsinfrastruktur. Als Stadt Frankfurt tragen wir Verantwortung dafür, solche Angebote zu stärken und ihre Weiterentwicklung zu ermöglichen", sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber anlässlich der Vorstellung des Jubiläumsprogramms am Montag, 2. November.
Von der Lichtbildstelle zum Medienzentrum
Die Geschichte des Medienzentrums reicht bis in das Jahr 1926 zurück. Bereits 1923 hatte der Frankfurter Lehrer Adolf Huhn an der Weidenborn-Mittelschule einen Filmprojektor für den Unterricht eingesetzt. Drei Jahre später wurde dort die erste Bildstelle der damaligen Provinz Hessen-Nassau gegründet. Aus den frühen Lichtbildern und Unterrichtsfilmen entwickelten sich über die Jahrzehnte neue mediale Bildungsangebote: Schulfernsehen, Videotechnik und schließlich digitale Medien hielten Einzug in den Unterricht. Seit 2002 führt das Medienzentrum Frankfurt in seiner heutigen Vereinsstruktur die zentralen Aufgaben dieser Tradition fort.
Heute unterstützt das Medienzentrum Frankfurter Schulen durch die Bereitstellung von Bildungsmedien und Technik, durch Schulungs- und Fortbildungsangebote, pädagogische Beratung und Projekte aktiver Medienarbeit. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Nutzung neuer Technologien, sondern ebenso um kritisches Denken, kreative Gestaltung und gesellschaftliche Teilhabe.
Medienbildung erleben: Von der Reise zum Mond bis zur dystopischen KI-Welt
Wie vielfältig Medienbildung heute sein kann, zeigen die „Bunten Wochen" mit ganz unterschiedlichen Angeboten. Am Freitag, 20. November, steht die Maker Education im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Eine Reise zum Mond" berichten Schülerinnen und Schüler einer Frankfurter Grundschule von ihrer Projektwoche, bei der sie mit programmierbaren Werkzeugen und kreativer Tüfteltechnik eigene Lösungen entwickelt haben. Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Ergebnisse und laden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, selbst kleine technische Projekte umzusetzen.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Premiere des Serious Games „BROCKEN" am Montag, 23. November. Das Medienzentrum hat das digitale Lernspiel gemeinsam mit Education Interactive entwickelt. Es führt die Spielerinnen und Spieler in eine fiktive Zukunft des Jahres 2079, in der ein fehlgesteuertes technisches System die Lebenswelt der Menschen bedroht. Um im Spiel voranzukommen, müssen Informationen überprüft, Quellen verglichen, Widersprüche ausgehalten und Entscheidungen unter Unsicherheit getroffen werden. Bei der Release-Veranstaltung kann das Spiel erstmals gemeinsam ausprobiert und über seinen Einsatz in der Schule diskutiert werden.
„Wir wollten unser hundertjähriges Bestehen nicht einfach nur mit einem Rückblick feiern. Die Bunten Wochen sollen zeigen, wie lebendig und vielfältig Medienbildung heute ist. Wir laden dazu ein, Neues auszuprobieren, kritisch zu diskutieren, selbst kreativ zu werden und gemeinsam darüber nachzudenken, wie Medienbildung in Zukunft aussehen soll", erläuterte Merten Giesen, Leiter des Medienzentrums Frankfurt.
Mediengeschichte, Demokratiebildung und digitale Unabhängigkeit
Auch die übrigen Veranstaltungen greifen zentrale Fragen der Medienbildung auf. Am Mittwoch, 18. November, lädt das Medienzentrum unter dem Titel „Zeitreise Medien" zu einem historischen Abend ein.
Am Donnerstag, 19. November, diskutieren Fachleute aus Bildungsverwaltung und Medienpädagogik über die Zukunft der regionalen Medienzentren. Die Veranstaltung „Digitale Unabhängigkeit" am Mittwoch, 25. November, beschäftigt sich mit digitaler Souveränität und Alternativen zu etablierten Softwareangeboten.
Unter dem Titel „Medienbildung ist Demokratiebildung" stehen am Donnerstag, 26. November, die Wirkungen algorithmischer Feeds und die Frage im Mittelpunkt, wie Schulen die Widerstandsfähigkeit junger Menschen gegenüber antidemokratischen Einflüssen stärken können. Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe am Freitag, 27. November, werden mit Legetrickfilm und Podcast kreative Möglichkeiten aktiver Medienarbeit im Unterricht vorgestellt.
Ergänzt wird das Programm durch eine Materialbörse für Lehrkräfte sowie Veranstaltungen, mit denen sich das Medienzentrum bei langjährigen Mitwirkenden und Kooperationspartnerinnen und -partnern bedankt.
Teilnahme und Anmeldung
Die „Bunten Wochen" finden von Montag, 16., bis Freitag, 27. November, im Medienzentrum Frankfurt, Fahrgasse 89, statt. Die öffentlichen Veranstaltungen sind für Interessierte zugänglich, eine Anmeldung ist erforderlich. Einzelne Veranstaltungen richten sich ausschließlich an geladene Gäste.
Das vollständige Programm mit Veranstaltungszeiten, Beschreibungen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier:
https://medienzentrum-frankfurt.de/easyblog-aktuelles-template/100-jahre-medienzentrum-frankfurt
Artikelbild:
Stellten die „Bunten Wochen" anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Medienzentrum Frankfurt vor (v.l.): Marc Quintino von Education Interactiv, Bildungsdezernentin Sylvia Weber, Merten Giesen, Leiter des Medienzentrums Frankfurt, und Paul Wege vom Medienzentrum, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Salome Roessler